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Das ursprüngliche Fördergerüst über Schacht 2 wurde 1915 baugleich zum Gerüst von Schacht 1 errichtet. Das Gerüst besaß jedoch nur zwei Seilscheiben und entsprechend ein Maschinenhaus; der nördliche Trum von Schacht 2 blieb zunächst frei. Im Zuge der Förderaufstockungen wurde der Schacht in zwei Abschnitten erneuert. 1955/56 wurde über dem alten Fördergerüst das von Fritz Schupp entworfene Doppelstrebengerüst durch die Fa. Dortmunder Union erbaut. Es wurde zunächst nur auf der nördlichen Seite für die Gefäßförderung mit 18 t Skips in Betrieb genommen. Das alte Fördergerüst blieb in Teilen unter dem neuen Gerüst bis 1975 bestehen und bediente die Gestellförderung in den südlichen Trummen. 1975 wurde es abgebrochen und das neue Fördergerüst mit dem jetzt erst erbauten südlichen Fördermaschinengebäude übernahm auch die südliche Förderung. Das neue Fördergerüst von 1955/56 ist ein Doppelstrebengerüst in geschweißter Vollwandbauweise. Mit einer Höhe von 70,5 m (obere Seilscheibenbühne 61,0 m) war es zur Bauzeit (und ist es jetzt wieder) das höchste Fördergerüst im Ruhrbergbau. Die Streben laufen bis zur Kranbahn in ungebrochener Linienführung durch. Die Seilscheibenbühnen sind hinter den Streben zurückliegend angeordnet, so daß die Aufwärtsbewegung der Streben kaum unterbrochen wird und die enorme Höhe des Bauwerks zur vollen Entfaltung kommt. Die Streben sind untereinander mit K-Verbänden ausgesteift. Das unterhalb der unteren Seilscheibenbühne endende Führungsgerüst ist statisch vom Strebengerüst unabhängig, so daß die Belastung der besonders von Korrosion beanspruchten Schachtträger erheblich verringert ist. Die vier Seilscheiben haben einen Durchmesser von 8,0 m. Das Gerüst wurde gegen den Trend der damaligen Zeit, der zum Bau von Turmförderanlagen mit Mehrseilförderung ging, realisiert. Um die hohen Lasten aus der Skipförderung zu bewältigen, wurde ein 74 mm starkes Förderseil (Flachlitzenseil mit Alueinlage) verwendet. Das Fördergerüst wird deutlich von der Gestaltungsabsicht des entwerfenden Architekten geprägt und weicht im Erscheinungsbild prägnant vom anderen Doppelstrebengerüst in Vollwandbauweise ab. Der Prüfbericht zur Statik in der Bauakte von 1955 (StDiBa) erlaubte sich die Bemerkung: "Die Bauweise ist neuartig und primär durch architektonische Rücksichten bestimmt". Nach den schlechten Erfahrungen, die Schupp mit den seiner Meinung nach weniger gut gelungenen Nachbauten des Fördergerüstes von Zollverein 12 gemacht hatte, wollte er für das neue Gerüst in Dinslaken Patentschutz beantragen und suchte daher nach einer originellen, bisher noch nicht verwirklichten Form. Ein Patent wurde ihm zwar verwehrt, doch kam es in der Folgezeit zu keinem Nachbau der Lohberger Konstruktion. Als Variante des Doppelstrebengerüstes ist es von architekturhistorischer Bedeutung. Das Fördergerüst muß, mit seinen allerdings sehr steil gestellten Schrägstreben, noch als Doppelstrebengerüst verstanden werden. Die eng an das Gerüst herangerückten Fördermaschinenhäuser entsprechen der von den Turmgerüsten (siehe z.B. Schächte Franz und Wilhelm des Bergwerks Walsum) gewohnten Disposition. Die Schachthalle ist eine Stahlfachwerkhalle auf kreuzförmigem Grundriß mit Flachdächern. Die zentral unter dem Fördergerüst liegende Schachthalle ist gegenüber den als Flügelbauten ausgebildeten Fördermaschinenhäusern leicht überhöht ausgebildet. Die Hallen werden getragen von einer Primärkonstruktion aus Zweigelenkrahmen. Die Vorhangfassaden sind für Schachthalle und nördliches Fördermaschinenhaus in Stahlfachwerk ausgeführt. Horizontale Gefache wechseln mit schlankhochrechteckigen Feldern in den Fassadenabschnitten, die direkt vor den Zweigelenkrahmen stehen. Die großen Fensterflächen sind überwiegend horizontal gelagert, mit Metallsprossen, die schmale, hochrechteckige Scheibenformate ergeben. Das südliche Fördermaschinenhaus von 1975 wurde entgegen den ursprünglichen Plänen nach dem Tod von Fritz Schupp (1974) mit einer Trapezblechverkleidung ausgeführt. Der Bau dieses Fördermaschinenhauses war erst nach Abbruch des alten Fördergerüstes, das bis dahin noch für die südliche Förderung diente, notwendig geworden. Erst jetzt erreichte die technische Kapazität des Bergwerkes 13.000 t pro Tag. Die Schachthalle gliedert sich in zwei baulich und funktional unterschiedliche Bereiche. Über den Gleisanlagen des Zechenbahnhofs ist der östliche Hallenteil (Separation und Lesebandhalle) mit Stützen aufgeständert, so daß sie von Eisenbahnwaggons unterfahren werden kann. Dieser Teil der Halle ist auch deutlich breiter als der westliche Bereich der eigentlichen Schachthalle. Neben der Schachthalle stand an der Zechenstraße der in Stahlfachwerk ausgeführte Materialaufzug. Er war über eine geschlossene Brücke mit der Schachthalle verbunden und wurde im Zuge des Rückbaus der Tagesanlagen bereits 2007 abgerissen. Ausstattung: Fördergerüst und Schachthalle sind für Gefäßförderung eingerichtet. Die Skips der nördlichen Förderung faßten zunächst 18t, später 22 t. Die Skips waren für 16t Nutzlast ausgelegt. Austragebänder und Abstreichplattenbänder dienen zur Förderung der Rohkohle vom Schacht zur Brecher- und Lesebandhalle. Die südliche Förderung erfolgte bis 1975 mit vieretagigen Förderkörben. Als Hängebank und Wagenumlauf dient die Bühne + 17,0 m. Der Wagenumlauf ist mit Spitzkehren ausgestattet. Nachdem die Wagen Kohle- oder Bergewipper passiert haben, werden sie über zwei Kettenbahnen zum Schacht zurückgeführt. Wahlweise konnten Großraumwagen mit 3000 l oder kleine Förderwagen mit 1100 l benutzt werden. Über der Hängebank dienen drei weitere Bühnen als Zugang der Bergleute zu den Fördergestellen bei Nutzung der südlichen Förderung für Seilfahrt. Die Gesamtanlage der Schachtanlage 2 ist eine interessante Variante zu den seit den 1930er Jahren gebauten Turmgerüstanlagen.
Quelle: Dr. Walter Buschmann: Zechen und Kokereien im rheinischen Steinkohlenrevier. Aachener Revier und westliches Ruhrgebiet. Gebr. Mann Verlag Berlin 1998, S. 220-237 |
 Ursprüngliches Fördergerüst von 1915
 Bau Schachthalle 1956
 Parallelbetrieb altes und neues Gerüst
 Schachtgerüst 2006
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