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Das Gerüst von Schacht 1 ist ein eingeschossiges deutsches Strebengerüst mit vier nebeneinanderliegenden Seilscheiben (d= 6,0 m). Höhe bis zu den Seilscheibenträgern 37,0 m. Die beiden Streben sind als kastenförmige Fachwerkkonstruktionen ausgeführt. Über den Seilscheiben ist die Kranbahn zur Auswechslung der Seilscheiben mit einer Wellblechüberdachung erhalten. Das Führungsgerüst ist in allen Gefachen mit kreuzförmig angeordneten Diagonalstäben ausgesteift. Auf Höhe der Hängebank sind die Schachttore, die Signalanlage des Anschlägers und die Aufschiebevorrichtung für die Förderwagen der südlichen Förderung erhalten. Die vieretagigen Förderkörbe für je zwei hintereinander stehende 1100l-Förderwagen bzw. einem 3000l-Förderwagen pro Etage oder 68 Mann bei Seilfahrt, mußten zur Entladung oder Beschickung dreimal umgesetzt werden. Hölzerne Spurlatten, Prellböcke und Fangvorrichtung sind im Führungsgerüst erhalten. Die zur Seilscheibenbühne führende Treppe ist umlaufend um das Führungsgerüst ausgebildet. Das Gerüst von Schacht 1 ist noch der von dem Ingenieur Promnitz 1874/75 entwickelten Konstruktionsart zuzurechnen, nimmt aber in der Strebenausbildung Konstruktionsideen von Zschetsche (1899) und Klönne (1903) auf. Nach Abbruch der Fördergerüste der Zechen Emil Mayrisch 1 in Aldenhoven und Eduardschacht der Grube Anna in Alsdorf gibt es vergleichbare Konstruktionen in Westdeutschland nur noch auf der Zeche Westfalen in Ahlen, wobei dort bereits die optische prägende Kranbahn mit dem Wellblechdach fehlt. Weitere Beispiele dieser Bauart finden sich dann nur noch im Saarland. Die Schachthalle wurde im Kern etwa zeitgleich mit dem Fördergerüst erbaut. Die von der Firma Baum aus Herne gelieferte Sieberei hatte eine Verarbeitungskapazität von 4000 t Rohkohle in 14 Stunden. Nach dem Bau der Wäsche 1925-27 hatte die Sieberei nur noch 30 % der Förderung zu verarbeiten. 1927 und 1955 wurde die Doppelhalle zur Zechenstraße mit Flachdachhallen erweitert. Das zur Gründungsanlage zählende Bauwerk ist eine Stahlfachwerkdoppelhalle mit tonnenförmigen Dächern. Im Firstbereich befinden sich Belichtungs- und Belüftungsraupen. Die Doppelhalle ist über den Gleisanlagen des Zechenbahnhofs mit einer Subkonstruktion aus genieteten Stahlstützen angeordnet, so daß sie von Eisenbahnwaggons zur Verladung der Kohle unterfahren werden konnte. Oberhalb dieser Stützen erhebt sich eine Tragkonstruktion aus Bogenbindern mit Strebenfachwerk. In den mit Ziegeln ausgemauerten Stahlfachwerkfassaden sind Segmentbogen- und Rechteckfenster mit Metallsprossen eingefügt. Die Fenster werden mittig durch Stiele und zuweilen zusätzlich durch Riegel geteilt. Schlankhochrechteckige Ausbildung der Gefache. Die Dachdeckung besteht aus Wellblech. Eine andere Formensprache zeigen die Erweiterungen der Schachthalle von 1927 und 1955 zur Zechenstraße mit vorgehängten Stahlfachwerkfassaden, Fensterbändern und Flachdächern. Auf Hängebankebene befindet sich der Wagenumlauf mit ursprünglich fünf, heute zwei Kreiselwippern (Wipperhalle). Von hier aus gelangte die geförderte Rohkohle auf die Schwingsiebe und fünf Lesebänder in der darunter liegenden Lesehalle. Schwingsiebe und Lesebänder sind nicht erhalten.
Quelle: Dr. Walter Buschmann: Zechen und Kokereien im rheinischen Steinkohlenrevier. Aachener Revier und westliches Ruhrgebiet. Gebr. Mann Verlag Berlin 1998, S. 220-237 |