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Chronik

1909
Teufbeginn

1910
Erreicht bei 475 m Steinkohlegebirge
Errichtung Fördergerüst

1911
Ansetzen Wettersohle
(-520m)
Ansetzen 1. Sohle
(-544m)
Ansetzen 2. Sohle
(-634m)

1912
Ansetzen 3. Sohle
(-734m)

1913
Teufeinstellung bei -771m
Förderbeginn

1925
Tieferteufen bis
-887m

1926
Ansetzen 4. Sohle
(-854m)

1993
Inbetriebnahme der Elektro-Fördermaschinen

2006
Letzte Grubenfahrt
Verschließen des Schachtes bei ca. -700m
Rauben der Schachteinbauten

Schacht 1

Das Gerüst von Schacht 1 ist ein eingeschossiges deutsches Strebengerüst mit vier nebeneinan­derliegenden Seilscheiben (d= 6,0 m). Höhe bis zu den Seilscheibenträgern 37,0 m. Die beiden Streben sind als kastenför­mige Fachwerkkonstruktionen ausgeführt. Über den Seilscheiben ist die Kranbahn zur Auswechslung der Seilscheiben mit einer Well­blechüberdachung erhalten. Das Führungsgerüst ist in allen Gefachen mit kreuzförmig angeordneten Diagonalstäben ausgesteift. Auf Höhe der Hängebank sind die Schachttore, die Si­gnalanlage des Anschlägers und die Aufschiebevorrichtung für die Förderwagen der südlichen Förderung erhalten. Die vieretagigen Förderkörbe für je zwei hintereinander stehende 1100l-Förderwagen bzw. einem 3000l-Förderwagen pro Etage oder 68 Mann bei Seilfahrt, mußten zur Entladung oder Beschickung dreimal umgesetzt werden. Hölzerne Spurlatten, Prellböcke und Fangvorrichtung sind im Führungsgerüst erhalten. Die zur Seilscheibenbühne führende Treppe ist umlaufend um das Führungsgerüst ausgebildet.
Das Gerüst von Schacht 1 ist noch der von dem Ingenieur Promnitz 1874/75 entwickelten Konstruktionsart zuzurechnen, nimmt aber in der Strebenausbildung Konstruk­tionsideen von Zschetsche (1899) und Klönne (1903) auf. Nach Abbruch der Fördergerüste der Zechen Emil Mayrisch 1 in Alden­hoven und Eduardschacht der Grube Anna in Alsdorf gibt es vergleichbare Konstruktionen in Westdeutschland nur noch auf der Zeche Westfalen in Ahlen, wobei dort bereits die optische prägende Kranbahn mit dem Wellblechdach fehlt. Weitere Beispiele dieser Bauart finden sich dann nur noch im Saarland.
Die Schachthalle wurde im Kern etwa zeitgleich mit dem Fördergerüst erbaut.  Die von der Firma Baum aus Herne gelieferte Sieberei hatte eine Verarbeitungskapazität von 4000 t Rohkohle in 14 Stunden. Nach dem Bau der Wäsche 1925-27 hatte die Sieberei nur noch 30 % der Förderung zu verarbeiten. 1927 und 1955 wurde die Doppelhalle zur Zechenstraße mit Flachdachhallen erweitert.
Das zur Gründungsanlage zählende Bauwerk ist eine Stahlfachwerkdoppelhalle mit tonnenförmigen Dächern. Im Firstbereich befinden sich Belichtungs- und Belüftungsraupen. Die Doppelhalle ist über den Gleisanlagen des Zechenbahnhofs mit einer Subkonstruktion aus genieteten Stahlstützen angeordnet, so daß sie von Eisenbahnwaggons zur Verladung der Kohle unter­fahren werden konnte. Oberhalb dieser Stützen erhebt sich eine Tragkonstruktion aus Bogenbindern mit Strebenfachwerk. In den mit Ziegeln ausgemauerten Stahlfachwerkfassaden sind Segmentbogen- und Rechteckfenster mit Metallsprossen eingefügt. Die Fenster werden mittig durch Stiele und zuweilen zusätzlich durch Riegel geteilt. Schlankhochrechteckige Ausbildung der Gefache. Die Dachdeckung besteht aus Wellblech. Eine andere Formensprache zeigen die Erweiterungen der Schachthalle von 1927 und 1955 zur Zechenstraße mit vorgehängten Stahlfachwerkfassaden, Fensterbändern und Flachdächern.
Auf Hängebankebene befindet sich der Wagenumlauf mit ursprüng­lich fünf, heute zwei Kreiselwippern (Wipperhalle). Von hier aus gelangte die geförderte Rohkohle auf die Schwingsiebe und fünf Lesebänder in der darunter liegenden Lesehalle. Schwingsiebe und Lesebänder sind nicht erhalten.


Quelle: Dr. Walter Buschmann: Zechen und Kokereien im rheinischen Steinkohlenrevier. Aachener Revier und westliches Ruhrgebiet. Gebr. Mann Verlag Berlin 1998, S. 220-237
 

Schacht 1 in den 1930er 
Schacht 1 in den 1930er

Schacht 1 im Jahr 2008
Schacht 1 im Jahr 2008

Umbau Schachthalle 1955
Umbau Schachthalle 1955

(c) Bilder dieser Seite: RAG, Bianca Bruckermann, Hans-Peter Gralingen (www.foto-it.de)

Fördermaschinen
bis 1992/93 Zwillings-Tandem-Dampffördermaschinen der Maschinenfabrik Thyssen & Co., Baujahre 1911 (nördlich) und 1921 (südlich).
Technische Daten:
Zy­linderdurchmesser 1249 mm Hochdruck und 801 mm Niedrigdruck, Kolbenhub 1100 mm, Leistung 3000 PS, Fördergeschwindigkeit 8 m/s Personen und 18 m/s Pro­dukte. Koepe-Treibscheibe mit einem Durchmesser von 7,0 m. Die Teufenstandszeiger wurde 1928 von der Fa. Eisenhütte Prinz Rudolph (ERP) Dülmen AG geliefert.
Dampf-Fördermaschine
Dampf-Fördermaschine nördlich

1992 folgte der Umbau auf Elektro-Fördermaschinen
Elektro-Fördermaschine
Elektro-Fördermaschine südlich